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Ausweitung der Steuerermässigung für haushaltsnahe Dienstleistungen

03.05.2006
Im Rahmen des Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung erweitert die Bundesregierung die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für die Inanspruchnahme von sog. haushaltsnahen Dienstleistungen.

Nach der bisherigen Rechtslage konnten Steuerpflichtige ihre Aufwendungen für regelmäßige Renovierungsarbeiten im Haushalt, wie Schönheitsreparaturen und kleine Ausbesserungsarbeiten, bis zu einem Höchstbetrag von 3.000 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Die Steuerersparnis betrug maximal 20 % der Aufwendungen, somit höchstens 600 Euro. Die Finanzverwaltung gewährte den Steuerabzug allerdings nur unter restriktiven Voraussetzungen. Handwerkliche Tätigkeiten waren nur dann steuerlich begünstigt, wenn sie von Auftraggebern auch ohne besonderes handwerkliches Geschick erledigt werden konnten.

Nach der neuen gesetzlichen Regelung können rückwirkend zum 1.1.2006 alle Handwerkerrechnungen, die vom Mieter oder Eigentümer für die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung bezahlt werden, bis zum Höchstbetrag von 600 Euro pro Jahr (20 % von 3.000 Euro) von der Steuer abgezogen werden. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um Renovierungs- oder Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten handelt. Begünstigt sind z. B. das Streichen und Tapezieren von Innenwänden, die Beseitigung kleinerer Schäden, die Erneuerung des Bodenbelags, die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch von Fenstern sowie Garten- und Wegebauarbeiten. Des Weiteren werden durch die Neuregelung auch Umzugskosten, soweit sie von Umzugsspeditionen durchgeführt werden, begünstigt.

Pflege- und Betreuungsleistungen für Personen, bei denen ein Schweregrad der Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde oder ein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung besteht, werden durch die Neuregelung ebenfalls erfasst. Die Steuerermäßigung steht auch den Angehörigen von Personen mit Pflege- und Betreuungsbedarf zu, wenn sie für Pflege- oder Betreuungsleistungen aufkommen, die im Haushalt der gepflegten oder betreuten Person oder im Haushalt des Angehörigen durchgeführt werden. Bei Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen verdoppelt sich der Höchstbetrag für haushaltsnahe Dienstleistungen auf 6.000 Euro, was eine Steuerermäßigung von höchstens 1.200 Euro bedeutet.

Beispiel 1: Dem Steuerpflichtigen sind 2006 Aufwendungen für Renovierungsarbeiten in der eigengenutzten Wohnung in Höhe von 6.000 Euro entstanden. Die Steuerermäßigung beträgt 600 Euro (20 % von höchstens 3.000 Euro).
Beispiel 2: Der Steuerpflichtige hat 2006 Aufwendungen für Pflegeleistungen seiner pflegebedürftigen Mutter, die nicht durch die Pflegeversicherung finanziert wurden, in Höhe von 6.000 Euro getragen. Die Steuerermäßigung beträgt 1.200 Euro (20 % von 6.000 Euro).
Beispiel 3: Der Steuerpflichtige macht 2006 sowohl Aufwendungen für Instandhaltungsarbeiten (2.000 Euro) als auch für Betreuungsleistungen (4.000 Euro) geltend. Die Steuerermäßigung beträgt 1.200 Euro (20 % von 6.000 Euro).

Wie bisher werden nur Arbeitskosten steuerlich begünstigt. Die Aufwendungen müssen zwingend durch Vorlage der Rechnung und die Zahlung durch einen Kontoauszug nachgewiesen werden. Barzahlungen werden nicht anerkannt. Es empfiehlt sich daher entsprechende Rechnungen sowie die dazugehörigen Kontoauszüge aufzubewahren!

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