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Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung von haushaltsnahen Dienstleistungen

01.07.2006
Seit dem Veranlagungsjahr 2003 können Steuerpflichtige ihre Aufwendungen für regelmäßige Renovierungsarbeiten im Haushalt, wie Schönheitsreparaturen und kleine Ausbesserungsarbeiten, steuerlich geltend machen. Handwerkliche Tätigkeiten waren jedoch nur dann steuerlich begünstigt, wenn sie von Auftraggebern auch ohne besonderes handwerkliches Geschick erledigt werden konnten. Rückwirkend zum 1.1.2006 können alle Handwerkerrechnungen, die vom Mieter oder Eigentümer für die zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung bezahlt werden, bis zum Höchstbetrag von 600 Euro pro Jahr (20 % von 3.000 Euro) von der Steuer abgezogen werden.

Dazu gehören Aufwendungen für Renovierungs- oder Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten. Begünstigt sind z. B. das Streichen und Tapezieren von Innenwänden, die Beseitigung kleinerer Schäden, die Erneuerung des Bodenbelags, die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch von Fenstern sowie Garten- und Wegebauarbeiten. Auch Umzugskosten, soweit sie von Umzugsspeditionen durchgeführt werden, sind begünstigt.

Neu ist, dass auch Pflege- und Betreuungsleistungen für Personen, bei denen ein Schweregrad der Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde oder ein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung besteht, durch die Neuregelung ebenfalls erfasst werden. Die Steuerermäßigung steht auch den Angehörigen von Personen mit Pflege- und Betreuungsbedarf zu, wenn sie für Pflege- oder Betreuungsleistungen aufkommen, die im Haushalt der gepflegten oder betreuten Person oder im Haushalt des Angehörigen durchgeführt werden. Bei Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen verdoppelt sich der Höchstbetrag für haushaltsnahe Dienstleistungen auf 6.000 Euro, was eine Steuerermäßigung von höchstens 1.200 Euro bedeutet. Geltend gemacht werden können nur solche Leistungen, die durch die Pflegeversicherung nicht abgedeckt sind.

Werden sowohl Renovierungs- oder Erhaltungsaufwendungen bis zum Höchstbetrag von 3.000 Euro und Pflege- und Betreuungsleistungen bis zum Höchstbetrag von 6.000 Euro im Jahr aufgewendet, verringert sich die Einkommensteuer um bis zu 1.800 Euro (600 Euro + 1.200 Euro) im Jahr. Um jedoch in den Genuss der steuerlichen Vergünstigung zu gelangen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.


Auf Rechnungsausstellung achten! Nur Arbeitskosten einschließlich des hierauf entfallenden Anteils an Mehrwertsteuer sind steuerlich begünstigt. Die Handwerker müssen also in der Rechnung Material- und Lohnkosten sowie die anteilige Mehrwertsteuer getrennt ausweisen, damit die Arbeitskosten ermittelt werden können.

Empfänger der Rechnung sollten deshalb gleich bei der Auftragsvergabe auf eine solche Aufteilung bestehen, wenn sie die Kosten steuerlich ansetzen wollen. Im Nachhinein - eventuell Jahre später - eine "ordnungsgemäße" Rechnung zu bekommen, dürfte sich in der Praxis oft als schwierig erweisen.


Rechnungen und Kontoauszüge aufbewahren! Die Aufwendungen müssen zwingend durch Vorlage der Rechnung und die Zahlung durch einen Kontoauszug nachgewiesen werden. Die Handwerkerrechnungen bzw. Rechnungen des Pflegepersonals sollten deshalb im Original aufbewahrt werden. Die entsprechenden Rechnungen sowie die dazugehörigen Kontoauszüge als Zahlungsnachweis sind zwingend für die Einkommensteuererklärung aufzubewahren!


Keine Barzahlungen vornehmen! Barzahlungen werden steuerlich nicht anerkannt.
Anmerkung: Das Finanzgericht Nürnberg definiert in seinem rechtskräftigen Urteil vom 22.5.2005 den Begriff "haushaltsnah". Danach ist die Steuerermäßigung nicht zu gewähren, wenn die Dienstleistungen zwar für den inländischen Privathaushalt des Auftraggebers erbracht werden, aber nicht in, sondern außerhalb des Haushalts. Im Streitfall ging es um die Textilreinigung außerhalb des Hauses. Zweck des Gesetzes sei - so das Finanzgericht Nürnberg -, Beschäftigungsverhältnisse und die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen in den privaten Haushalten und die Bekämpfung der Schwarzarbeit in diesem Bereich zu fördern

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